Das studentische Fechten

Zum historischen Hintergrund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Fechten der Studenten ist im ausgehenden Mittealter aus der Notwendigkeit entstanden, sich auf den langen Wegen zwischen Heimat und Universität vor tätlichen Übergriffen zu schützen. Neben dem Adel, Würdenträgern und Mitgliedern der Fechtergesellschaften (des Bürgertums und der Handwerkerschaft) stand nur den Studenten das Recht zu, Waffen zu tragen. Das Fechten ist daher Teil unserer studentischen Tradition.

Zum geistig-emotionalen Hintergrund

Die Mensur ist ein Ausdruck für den starken Willen, der Gemeinschaft anzugehören und hat daher für uns unverzichtbare Integrationskraft. Sie ist zugleich Mittel zur Persönlichkeitsbildung, Auslese und Selbstdisziplinierung. Die Überwindung der eigenen Angst und die Anerkennung durch die anwesenden Bundesbrüder fördert die Selbstsicherheit und das Selbstwertgefühl des jungen Menschen. Die Mensur dient nicht der Austragung von Streitigkeiten. Sie ist kein Zweikampf im Sinne eines Duells. Es wird dabei kein Sieger im Sinne einer körperlichen oder technischen Bestleistung ermittelt. Die Mensur ist nicht verboten. 

Zum technischen Ablauf

Jeder wird auf die Mensur bestmöglich vorbereitet. Bei der Auswahl der Paukanten, die unterschiedlichen Verbindungen angehören, gilt das Prinzip der Gleichheit (Technik, Kraft, Körpergröße, Erfahrung). Die Mensur ist ein vom Ablauf her streng regelmentierter Zweikampf, vergleichbar einem Boxkampf, bei dem es eine bestimmte Anzahl von zeitlich exakt limitierten Gängen und dazwischen Pausen in einem dafür vorgesehenen feststehenden räumlichen Bereich (dem Standplatz) gibt. Sekundant und Testant stehen dem Paukanten zur Seite. Geleitet wird die Mensur von einem Kampfrichter und von einem Unparteiischen, die streng darauf achten, das das Regelment eingehalten wird. Wir fechten mit leichten und stumpfen (ungeschliffenen) und ungebrauchten (schartenfreien) Säbeln auf den freien Oberkörper. Der Kopf, die Ellenbogen und die Körperteile unterhalb des Gürtels sind geschützt. Ernste Verletzungen sind praktisch ausgeschlossen. Zutritt bei der Mensur haben nur die Mitglieder der fechtenden Korporationen.